06 / „Hauptsache wach, Hauptsache raus in die Nacht.“

Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Warum bin ich immer noch wach? Ich möchte doch einfach nur schlafen. Schlafen, träumen und am nächsten Tag aufwachen. Aufwachen mit einem guten Gefühl, das mir sagt: Du machst alles richtig im Leben und egal was du heute oder morgen oder übermorgen tust wird schon gut sein und sich in die richtige Richtung bewegen. Doch wo will ich überhaupt hin? Mit welchem sinnstiftenden Inhalt füllt sich mein Leben? Was treibt mich Tag für Tag an? Warum liege ich immer noch mit meinem Laptop auf dem Schoss im Bett und schreibe diese Zeilen, um in knapp viereinhalb Stunden wieder von einem nervtötenden Handy-Wecker aus der schon längst überfälligen Schlafmangelkompensation gerissen zu werden? Was hält mich wach? – Ich weiss es nicht. Wenn ich nicht schlafe, leide ich am nächsten Tag. Ich leide nicht gerne. Oder vielleicht doch? Vielleicht ist es gerade dieses Gefühl von Übermüdung, das ich so dringend brauche. Schlafen kann ich schliesslich, wenn ich tot bin. Hauptsache wach, Hauptsache raus in die Nacht. Hauptsache bei Sonnenaufgang auf nem Dach. Dresscode Schlafanzug. Keine Drogen, es reicht Schlafentzug.

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